SSD 1TB – die großen Platten mit 1 Terabyte Speicherplatz

Neue Technologien erlauben es den Herstellern mittlerweile, auch SSDs mit großer Speicherkapazität zu bauen. Inzwischen gibt es SSD Platten, die mit 1 TeraByte Speicher daherkommen. Bisher wurden die kleineren Platten eher als System- und Programmspeicher genutzt. Mit einer 1TB SSD ist es jedoch möglich, auch Dinge wie Fotos, Musik und andere Daten auf der SSD zu speichern. Durch die großen Flashspeicher kann man seine magnetischen Festplatten (HDD) komplett ersetzen. Aktuell ist die Auswahl an Solid-State-Disks mit einem Terabyte Speicherplatz noch relativ gering. Es lohnt sich, die vorhandenen Modelle etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Im Folgenden schauen wir uns die aktuell erhältlich Vertreter der Gattung genauer an.

SSD 1TBDie meisten Modelle kommen mit einem herkömmlichen SATA-3 Anschluss, den man auch in den meisten Laptops und Computern vorfindet. Es ist der gleiche Anschluss, den normale Festplatten (HDD) nutzen. Hersteller wie Samsung, SanDisk und Transcend bedienen aber auch den mSATA-Anschluss bzw. das M.2-Format. M.2 ist dabei der Nachfolger von mSATA. Diese Formate kommen durch ihre Schlankheit dort zum Einsatz, wo Platz Mangelware ist, beispielsweise in Ultrabooks und Tablets. Aber auch neue PCs bringen oft bereits einen M.2-Anschluss mit. Wenn du mehr Informationen über die Anschlüsse brauchst, findest du hier oder am Ende dieses Artikels weitere Infos. SSDs, welche auch mit mSATA oder im M.2-Format erhältlich sind, erwähnen wird direkt unter dem jeweiligen Modell.

Eins vorweg: wer mit Begriffen wie 3D-Speicher, SLC, MLC und TLC nichts anfangen kann und mehr darüber erfahren möchte, der findet am Ende der Seite Erklärungen dazu.

Samsung 850 Evo

Samsung ist der größte Teilnehmer auf dem SSD-Markt. Die Modelle liefern durchweg hohe Qualität und in vielen Tests die beste Performance. Das erklärt auch die hohen Verkaufszahlen und die guten Kundenbewertungen bei Amazon.

Samsung geht mit zwei Speichern ins 1-Terabyte-Rennen. Die 850 Evo und die 850 Pro unterscheiden sich neben der technischen Leistung vor allem im Preis: die Evo ist über 100 Euro günstiger. Die 850 Evo ist für den normalen Anwender gedacht, der nicht das letzte Quäntchen Performance braucht. Die Evo setzt auf TLC-Speicher, der sie etwas günstiger als die Pro macht. Bei den Lese- und vor allem Schreibraten setzt Samsung den Benchmark: mit 540 MB/Sek. bzw. 520 MB/Sek. befindet man sich in der SSD-Oberklasse. Mittel AES-256 Verschlüsselung sind die Daten auch nur für den zu sehen, der den Zugriff darauf besitzen soll. Beim Kauf von Amazon bietet Samsung 5 Jahre Garantie (tägliche Schreibleistung von 40 GB oder 75 TB insgesamt).

Die Samsung 850 Evo kommt in mit der neuen 3D-Architektur. Dabei werden die Speicherzellen übereinander gepackt, um Bauraum zu sparen und größere Speicherkapazitäten zu ermöglichen. Es gibt zwei Varianten: 32 Lagen und 48 Lagen übereinander. Dabei stellt die 32er Variante die etwas ältere Version dar.

Beide Evo-Versionen sind als Standard oder mit Starter-Kit erhältlich. Das Standardpaket enthält die SSD sowie die Verwaltungssoftware Samsung Magician und Samsung Data Migration. Beim Starter Kit kommt zusätzlich ein SATA-zu-USB 3.0 Adapterkabel sowie ein Abstandhalter (zum Ausgleich der Bauhöhe) dazu.

Mit 32 Lagen:

Samsung 850 EVO 1TB
3937 Bewertungen

Mit 48 Lagen:

Zusätzlich gibt es die 850 Evo auch noch in einer mSATA-Variante, die eine Option für ältere Laptops darstellt.

Samsung 850 Pro

Die 850 Pro von Samsung ist das derzeitige Flaggschiff auf dem Markt. An 550 MB/Sek. beim Lesen und 520 MB/Sek. beim Schreiben kommt kaum ein zweites Modell heran. Der große 1 GByte DRAM Cache (LPDDR2 SDRAM) verbessert die Performance ebenfalls. Während bei der günstigeren Evo TLC-Speicher zum Einsatz kommt, wird bei der 850 Pro auf MLC gesetzt. Dies verspricht eine höhere Lebensdauer. Samsung gibt 10 Jahre Garantie bzw. 150 TB Schreibleistung (beim Kauf von Amazon). Wer einen absoluten Dauerläufer mit höchster Performance sucht, der greift zur Samsung 850 Pro.

Samsung 850 Pro 1TB
823 Bewertungen

SanDisk Ultra II

Die SanDisk Ultra II kommt mit 960 GByte Speicherplatz knapp unter der Schallmauer von 1 Terabyte. Die 2,5 Zoll-Platte bietet einen SATA-3 Anschluss. Ihre Chips sind nach der 19nm-Technologie gefertigt. Der TLC-Speicher kommt aus einer Gemeinschaftsproduktion mit Toshiba. Um Schreibvorgänge zu beschleunigen, kann der Controller bis zu 40 GByte im SLC-Verfahren beschreiben. Die Lese- bzw. Schreibgeschwindigkeit wird mit 550 MB/Sek. und 500 MB/Sek. angegeben. Je mehr Speicherplatz belegt ist, desto langsamer werden die Schreibvorgänge jedoch (getestet von c’t, Heft 10/16). Für die SanDisk sprechen der im Vergleich geringe Preis und die gleichzeitig guten Kundenbewertungen. Die Garantie liegt bei 3 Jahren. Besitzer einer PlayStation 4 wird freuen, dass diese SSD mit der Spielekonsole kompatibel ist.

Angebot
SanDisk Ultra II 960GB
749 Bewertungen

SanDisk Extreme Pro

Einen Schritt weiter als die Ultra II geht die Extreme Pro. Sie bietet die gleiche Lesegeschwindigkeit mit 550 MB/Sek., liefert aber „nur“ 520 MB/Sek. beim Schreiben. Die nCache Pro Technologie mit 2-Tiered-Caching verspricht eine Verringerung von Verzögerungen beim Lesen und Schreiben. 10(!) Jahre Garantie beim Kauf von Amazon sprechen für sich. Allerdings lässt man sich diesen Vorteil auch mit rund 100 Euro Aufpreis gegenüber der Ultra 2 bezahlen. Wer das Plus an Geschwindigkeit braucht und nicht auf eine sehr lange Garantiezeit verzichten will, greift hier zu.

SanDisk Extreme Pro 1TB
122 Bewertungen

Crucial MX300

Das Modell MX300 von Crucial ist der Nachfolger von der MX200. Laut einem Bericht vom Computermagazin Golem eignet sich die MX300 besonders für Spiele und Multimedia-Anwendungen. Sie bietet 1 TB SSD Speicherplatz (genauer 1.050 GByte) und wird im neuesten Produktionsverfahren als 3D-Speicher hergestellt. Dabei werden die einzelnen Speicherzellen übereinander geschichtet – bei der MX300 bis zu 32 Lagen. Diese Architektur sorgt für eine deutlich höhere Lebenszeit der einzelnen Speicherzellen. Die 2,5-Zoll Platte setzt auf Triple-Level-Cell (TLC) Speicher. Die Lese- und Schreibgeschwindigkeit gibt der Hersteller mit bis zu 530 bzw. 510 MB/Sek. an. Ein Adapter für das Gehäuse (7mm auf 9,5mm) sowie eine Lizenz des Backup-Programms Acronis True Image HD liegen dem Paket bei. Mit dem abwärtskompatiblen SATA3-Anschluss kann der Speicher auch an SATA2 oder SATA(1) betrieben werden.

Crucial MX300 1TB
184 Bewertungen

Für ein paar Euro mehr gibt es die Crucial MX300 auch im M.2-Format, das sich besonders für dünne Laptops, Tablets und moderne PCs eignet.

Crucial MX200

Exakte 1 TByte Speicherplatz bringt die SSD namens MX200 von Crucial mit. Der MLC-Speicher liefert beim Lesen 555 MB/Sek. sowie bis zu 500 MB/Sek. beim Schreiben. Mit der MX300 ist bereits ihr Nachfolger erschienen. Wir empfehlen daher eher den Kauf der MX300.

Da die MX200 ein schlankes Gehäuse mit nur 7 mm Bauhöhe hat und damit auch in dünnen Notebooks unter kommt, liegt ein Adapter bei, der das Gehäuse auf bis zu 9,5 mm bringt. Damit passt die SSD auch in ältere oder dickere Laptops. Außerdem wird das Backup-Programm Acronis True Image HD mitgeliefert.
Weil mit der Crucial MX300 bereits das Nachfolgemodell erschienen ist, kann man mit der MX200 noch ein Schnäppchen machen, soweit noch verfügbar.

Crucial M200 1TB
155 Bewertungen

Crucial BX200

Die Crucial BX200 gilt gegenüber den MX-Modellen als günstigere Einsteiger-SSD. Durch die üblichen Preisschwankungen muss sie aber nicht unbedingt günstiger sein, ein Preisvergleich lohnt sich daher immer. Bei einem Formfaktor von 2,5 Zoll mit SATA-3 Anschluss bietet die BX200 bis 540 MB/Sek. für das Lesen von Daten und bis zu 490 MB/Sek. für das Schreiben. Liegen jedoch schon viele Daten auf der Platte und ist sie fast ausgelastet, sinkt die Schreibgeschwindigkeit auf die Hälfte. Das komplette Terabyte verfehlt sie mit 960 GB Speicherplatz nur knapp. Wie bei den Modellen MX200 und MX300 liegt ein Rahmen bei, um die SSD auf 9,5mm Dicke zu bringen, sowie ein Key für die Backup-Software von Acronis.

Crucial BX200 1TB
253 Bewertungen

OCZ Trion 150

Die OCZ Trion 150 ist der Budget-Kategorie zuzuordnen. Mit 960 GB gehört sie zu den kleineren 1 TB SSD Platten. Zum Einsatz kommt TLC-Speicher in 15nm-Fertigungstechnologie. Schreib- und Lesegeschwindigkeit liegen eher im Mittelfeld, auch wenn die Herstellerangabe von 550 und 530 MB/Sek. etwas anderes vermuten lässt. Dennoch hat sich OCZ ein nettes Feature überlegt: Über einen speziellen Service können Kunden schnell den Support kontaktieren. Befindet dieser eine SSD für defekt, wird innerhalb von 24 Stunden eine Ersatz-SSD mitsamt Rücksendeschein für die kaputte Platte verschickt.
Der günstige Preis kann dennoch verlockend sein. Wer sich auch mit mittelmäßiger Performance begnügt, bekommt hier eine passende SSD mit viel Platz.

Angebot
OCZ Trion 150 1TB
108 Bewertungen

Transcend SSD370 und SSD370S

Transcend’s SSD370 bringt es auf 560 MB/Sek. beim Lesen und 460 MB/Sek. beim Schreiben. Die Besonderheit der SSD370(S) liegt in der hohen Beschreibbarkeit: mit rund 1 TByte pro Tag darf sie belastet werden. Ein solch hoher Wert ist beispielsweise selbst für komplexe Videoschnittprojekte ausreichend.

Angebot
Transcend SSD370 1TB
404 Bewertungen

Die Transcend SSD370S fällt durch ihr schickes Metallgehäuse auf. Jedenfalls so lange, bis die SSD im Computer oder Laptop verschwindet. Ansonsten unterscheidet sich die 370S vom Modell SSD370 nur Gewicht und Größe. Die Leistungsdaten sind identisch. 36 Monate Garantie beim Kauf über Amazon bieten beide Modelle.
Lobenswert ist der Lieferumfang. Ein Adapter für den Einbau in einen PC 3,5-Zoll Laufwerksschacht ist im Lieferumfang enthalten.
Angebot
Transcend SSD370S 1TB
404 Bewertungen

Toshiba Q300

Auch Toshiba setzt bei der 960GB fassenden Q300 auf TLC-Speicher, der 3 Bit pro Zelle speichert. Dadurch schafft es Toshiba, den Preis relativ gering zu halten. Lese- und Schreibgeschwindigkeit liegen bei 550 und 530 MB/Sek., weichen in der Realität jedoch eher ab. Der adaptive SLC-Speicher ist jedoch ein interessantes Argument. Bei Schreibzugriffen sorgt dieser Modus für eine Schonung der Speicherzellen. Somit werden diese nicht so schnell überlastet und leben länger. Trotzdem sind Modelle von Samsung oder Crucial deutlich attraktiver als die Toshiba Q300.

Toshiba Q300 1TB
26 Bewertungen

Wie unterscheiden sich SLC, MLC und TLC?

Diese Abkürzungen beschreiben die Herstellungsart der Speicherchips für SSDs. SLC steht dabei für Single Layer Cell. SLC können 1 Bit speichern, also 2 Zustände (vereinfacht gesagt: an oder aus, 0 oder 1, schwarz oder weiß). MLC steht für Multi Layer Cell und geht einen Schritt weiter. Hier können 2 Bit gespeichert werden, und damit 4 Zustände. Bei Triple Layer Cell werden schon 3 Bit gespeichert. Durch einen technischen Kniff lassen sich hier 8 Zustände speichern.

Immer mehr Bits auf eine Zelle zu legen, ist jedoch nicht des Rätsels Lösung für die Entwicklung von Solid State Drives. Denn je öfter eine Zelle aufgerufen bzw. etwas auf ihr gespeichert wird, desto mehr wird sie belastet, bis sie letztlich irgendwann “stirbt”. Eine TLC-Zelle stirbt sehr viel schneller als eine vom Typ SLC, weil auf ihr mehr Informationen/Zustände gespeichert sind und daher auch öfter auf sie zugegriffen bzw. auf sie gespeichert wird.

Was ist 3D-Speicher?

Um die Lebensdauer von TLC-Speicher zu verlängern und mehr Speicherplatz auf immer weniger Raum zu bringen, wurde das 3D-Verfahren entwickelt. Dabei liegen sämtliche Speicherzellen nicht mehr nebeneinander, sondern in bis zu 48 Lagen (Spitzenreiter ist derzeit Samsung) übereinander. Durch diese Produktionsart werden die Zellen nicht mehr so stark belastet und leben länger.

Wie sieht es mit der Lebensdauer von heutigen SSDs aus?

Egal, ob SLC, MLC oder TLC. SSDs verfügen heute über so gute und intelligente Controller, dass sie nicht mehr einfach kaputt gehen, wie das vielleicht noch vor einigen Jahren war. Die meisten Hersteller bieten Garantien von 3 bis zu 10 Jahre an. Die Lebensdauer wird auch oft in Datenmenge pro Tag angegeben. Durchschnittswerte liegen bei 20 GByte Schreiben von Daten, am Tag. Und, ganz ehrlich, wer schreibt über mehrere Jahren hinweg jeden Tag mehrere Gigabyte an Daten auf seine Festplatte? Richtig, kaum jemand. SSDs können damit heute bedenkenlos gekauft werden.

Brauche ich spezielle Adapter, um eine SSD in meinen Computer einzubauen?

Einige Hersteller bieten als zusätzlichen Lieferumfang Desktop-Kits an. Diese enthalten einen entsprechenden Adapter, um die 2,5 Zoll SSD in einen 3,5 Zoll breiten Laufwerksschacht einzubauen. Die meisten Hersteller liefern solche Adapter jedoch nicht mit. Hier gibt es weitere Informationen über SSD-Einbaurahmen.

Sonst noch was?

Die angegebenen Lese- und Schreibraten basieren auf der Herstellerangaben (Fehler nicht ausgeschlossen). In der Realität können die Werte niedriger sein, weil man bei der normalen Arbeit oder beim Spielen nicht unbedingt perfekte Laborbedingungen wiederfindet. Alle Marken- und Produktnamen gehören den jeweiligen Herstellern. Mit unserem Marktüberblick wollen wir Dir bei Deiner Kaufentscheidung behilflich sein. Für Kommentare, Infos oder Fragen kannst Du uns gerne eine Mail schicken.

Alle Preise sind inkl. MwSt. angegeben.

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